Neue Marktplätze, neue Labels, neue Feeds
Der Sommer ist vorbei, doch die Tech- und Werbebranche hat keine Pause eingelegt. Werfen wir einen Blick darauf:
LinkedIn startet seinen eigenen „Creator Marketplace“, der Marken und Content-Ersteller im B2B-Kontext miteinander vernetzt. Gleichzeitig macht Google sein „Smart Bidding“ vorhersehbarer, und Facebook testet einen Vollbild-Feed im TikTok-Stil.
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LinkedIn startet den „Creator Marketplace“
LinkedIn hat den „Creator Marketplace“ eingeführt, eine neue Funktion, die es Marken und Inhaltsschaffenden erleichtern soll, zueinander zu finden und zusammenzuarbeiten. Die Ankündigung erfolgte am 10. Juni 2026; der Marktplatz ist direkt im Campaign Manager von LinkedIn unter einem neuen Bereich namens „Content and Assets“ zu finden.
Mit dem „Creator Marketplace“ können Marken anhand von Themen und fachlicher Expertise nach zugelassenen Creators suchen und deren Zielgruppe, Ergebnisse und Relevanz schnell einschätzen. Hat eine Marke den passenden Creator gefunden, kann sie dessen Kontaktdaten einsehen und direkt Kontakt aufnehmen, um eine Zusammenarbeit zu vereinbaren. Preise und weitere Konditionen werden direkt zwischen dem Creator und der Marke vereinbart.
Der Zugang ist derzeit nur auf Einladung möglich, und die Creator werden anhand ihrer Fachkenntnisse, der Qualität ihrer Inhalte und der Nachfrage seitens der Werbetreibenden ausgewählt. Sie behalten die Kontrolle darüber, welchen Kooperationen sie zustimmen, und können ihre besten Inhalte hervorheben, um die richtigen Marken anzusprechen.
Für Marketingfachleute ist diese Neuigkeit interessant, da sie das Influencer-Marketing in einen professionellen B2B-Kontext verlagert – ein Bereich, in dem es bisher hauptsächlich um Verbrauchermarken ging.
Quelle: Social Media Today

ChatGPT-Anzeigen erobern Japan und Südkorea
OpenAI hat nun sowohl in Japan als auch in Südkorea Anzeigen in ChatGPT freigeschaltet. Dies geschah am 9. Juli 2026 und ist das erste Mal, dass ChatGPT-Anzeigen Nutzern angezeigt werden, deren Muttersprache nicht Englisch ist. Gleichzeitig erhielten Werbetreibende aus Großbritannien Zugang zu einer Self-Service-Version des Ads Managers von OpenAI.
Die Anzeigen laufen seit Februar 2026 als Pilotprojekt in den USA und wurden seitdem auf Kanada, Australien, Neuseeland und Großbritannien ausgeweitet. Das Format ist überall gleich: Unter der Antwort von ChatGPT erscheint ein kurzes, deutlich als „gesponsert“ gekennzeichnetes Feld, wenn das Thema des Gesprächs mit einem Thema übereinstimmt, für dessen Einblendung ein Werbetreibender bezahlt hat. Nur Nutzer der kostenlosen und kostengünstigen „Go“-Tarife sehen die Anzeigen. Zahlende Nutzer der Tarife „Plus“, „Pro“ und „Enterprise“ sind davon ausgenommen.
Japan und Südkorea sind interessante Testmärkte, da ChatGPT dort hauptsächlich auf Japanisch und Koreanisch genutzt wird. Das stellt eine Herausforderung für die Technologie hinter den Anzeigen dar, die darauf ausgelegt ist, Anzeigen mit dem Inhalt eines Gesprächs abzugleichen – und bisher wurde diese Logik nur auf Englisch getestet. Anfang Juli machten Anzeigen knapp 19 Prozent aller ChatGPT-Antworten in Japan aus, während dieser Anteil in den USA und Kanada bereits über 50 Prozent lag.
Für Marketingfachleute ist diese Entwicklung ein weiteres Zeichen dafür, dass KI-Chatbots sich neben Google und Meta rasch zu einer echten Werbeplattform entwickeln.
Quelle: PPC Land

Google kennzeichnet nun weltweit KI-generierte Anzeigen
Seit dem 9. Juli 2026 können Nutzer weltweit erkennen, ob eine Anzeige mithilfe von KI erstellt oder bearbeitet wurde. Dies geschieht über eine neue Funktion in Googles „My Ad Center“ namens „So wurde diese Anzeige erstellt“. Sie finden sie, indem Sie in der Google-Suche, auf YouTube oder in Discover auf die drei Punkte oder das Info-Symbol einer Anzeige klicken.
Die Kennzeichnung funktioniert unterschiedlich, je nachdem, welches Tool der Werbetreibende verwendet hat. Wurde die Anzeige mit Googles eigenen KI-Tools erstellt, fügt Google die Kennzeichnung automatisch hinzu. Hat der Werbetreibende hingegen ein anderes KI-Tool wie Midjourney oder Adobe Firefly verwendet, liegt es an ihm, dies selbst offenzulegen. Google überprüft nicht, ob Werbetreibende dies tatsächlich ehrlich tun.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Etwas mehr als drei Wochen nach der Einführung, am 2. August 2026, traten neue Transparenzvorschriften im Rahmen des EU-KI-Gesetzes in Kraft. Diese Vorschriften verpflichten Unternehmen gesetzlich dazu, offenzulegen, wenn Inhalte durch KI erstellt wurden – und Googles neue Kennzeichnung steht genau im Einklang mit dieser Entwicklung.
Für Marketingfachleute bedeutet dies, dass sie künftig besonders darauf achten müssen, die Vorschriften zur KI-Kennzeichnung einzuhalten – sowohl, weil Google ein Auge darauf hat, als auch, weil die gesetzlichen Bestimmungen verschärft werden.
Quelle: Search Engine Land

Google macht „Smart Bidding“ vorhersehbarer
Google hat eine Änderung an seinem automatisierten Gebotssystem angekündigt, die voraussichtlich am 17. August 2026 in Kraft treten wird. Die Änderung soll dazu beitragen, dass CPA- und ROAS-Ziele genauer und vorhersehbarer werden – insbesondere bei Kampagnen mit begrenztem Budget.
Hintergrund ist eine bekannte Herausforderung: Viele Werbetreibende haben sich daran gewöhnt, ihre CPA- oder ROAS-Ziele etwas höher anzusetzen, als sie es eigentlich anstreben. Sie tun dies, um sicherzustellen, dass das System weiterhin Conversions innerhalb des Zielbereichs finden kann.
Google hat etwa am 6. Juli 2026 damit begonnen, Benachrichtigungen über die Änderung an Werbekonten zu versenden. Laut dem „Search Engine Journal“ ist diese Benachrichtigung besonders wichtig für Teams, die mit Kampagnen mit begrenztem Budget arbeiten – da sie aufzeigen kann, dass ihr aktuelles CPA- oder ROAS-Ziel nicht mehr mit den tatsächlichen Zahlen oder Zielen des Unternehmens übereinstimmt.
Für Marketingfachleute lautet der Rat ganz einfach: Nutzen Sie die Zeit jetzt, um Ihre Ziele in Google Ads zu überprüfen. Das kann unnötige Schwankungen in den Kampagnen verhindern, sobald das neue System live geht.
Quelle: Search Engine Journal

Facebook testet Vollbildvideos im TikTok-Stil
Meta hat angekündigt, eine völlig neue Version von Facebook zu testen. Der Test wurde am 24. Juli 2026 von Tom Alison bekannt gegeben, der bei Meta für Facebook verantwortlich ist. In der neuen Version öffnet sich die App direkt in einer Vollbild-Videoansicht, in der dem Nutzer ein vom Facebook-Algorithmus ausgewählter Videostream angezeigt wird – anstelle des klassischen Newsfeeds mit Beiträgen von Freunden und Seiten, denen er folgt.
Der klassische Feed verschwindet nicht. Er wird stattdessen in einen separaten Reiter verschoben, und Nutzer, die an dem Test teilnehmen, können jederzeit wieder zur gewohnten Benutzeroberfläche zurückwechseln.
Der Test startet zunächst in ausgewählten Ländern mit hohem Videokonsum, und Meta hat angedeutet, dass sie erwägen, die Funktion im Jahr 2027 auch in den USA einzuführen. Meta hat bislang noch keine Bilder der neuen Ansicht veröffentlicht und sich auch nicht dazu geäußert, wie sich dies auf Werbung, Targeting oder die Monetarisierung für Content-Ersteller auswirken wird.
Die Änderung ist als weiterer Schritt im Vorstoß von Meta in den Bereich der Kurzvideos zu sehen, der nach Angaben des Unternehmens mittlerweile einen Jahresumsatz von 50 Milliarden US-Dollar über alle Plattformen hinweg generiert. Für Marketingfachleute ist dies ein Zeichen dafür, dass Videos nach wie vor das Format sind, das die größte Aufmerksamkeit auf sich zieht – selbst auf einer Plattform wie Facebook, bei der es historisch gesehen bisher vor allem um Text und Bilder ging.
Quelle: PPC Land