Xtracts: Februar 2026

Es geht immer noch um KI …

Das Jahr 2026 bringt bereits jetzt tiefgreifende Veränderungen und neue Impulse für zeitgemäßes Marketing. Mehr und mehr Prozesse werden mit Künstlicher Intelligenz automatisiert. Das verlangt nach neuen Strategien und einem klaren Fokus.

Mit der Februar-Ausgabe von Xtracts, deinem digitalen News-Digest, bleibst du auf dem neuesten Stand!

OpenAI testet Ads in ChatGPT

Ende Januar hat OpenAI damit begonnen, Werbung in ChatGPT zu testen. Das ist ein bemerkenswerter Schritt für eine Plattform, die Werbung bislang konsequent gemieden hat. Die hohen Betriebskosten von ChatGPT dürften OpenAI zu diesem Kurswechsel bewogen haben: Nur ein Bruchteil der knapp eine Milliarde Nutzer zahlt bislang für ein Abo.

Nutzer der kostenlosen Version sowie des neuen Go-Abonnements sehen jetzt, wenn sie ChatGPT eine Frage stellen, in ihren Antworten Werbung. Die Anzeigen sind dabei klar als gesponserter Inhalt gekennzeichnet. OpenAI betont, dass die Werbung die Antworten der KI nicht beeinflusst und dass Nutzerdaten nicht an Werbetreibende verkauft werden.

Alle, die im Marketing arbeiten, haben es mit dieser Neuerung mit einem völlig neuen Werbekanal zu tun. ChatGPT hat 800 Millionen wöchentliche Nutzer, davon nutzen viele die Plattform für Recherchen und Kaufentscheidungen. Und die Anzeigen werden passend zur laufenden Unterhaltung ausgespielt – das macht die Ads besonders kontextuell relevant macht.

OpenAI bemüht sich offensichtlich, den Spagat zwischen Umsatzgenerierung und dem Vertrauen der Nutzer zu meistern. Es bleibt spannend, ob die Nutzer diese neue Entwicklung akzeptieren!

Source: Search Engine Land

LinkedIn bringt Reserved Ads an den Start

LinkedIn hat Reserved Ads eingeführt. Mit diesem Format können sich Werbetreibende den ersten Anzeigenplatz im LinkedIn-Feed sichern. Reserved Ads garantieren auf diese Weise Sichtbarkeit. Für Produktlaunches und Brand-Awareness-Kampagnen dürfte dieses Anzeigenformat besonders interessant sein.

Wie funktioniert das neue Format? Mit Reserved Ads lässt sich die Top-Platzierung für einen Tag oder einen festgelegten Zeitraum reservieren. Das Format funktioniert mit Video-, Bild- und Textanzeigen. Statt in einer Auktion zu bieten, zahlt man einen Festpreis. Diese Regelung sorgt für mehr Planungssicherheit bei Budgets und Ergebnissen.

Besonders spannend sind Reserved Ads für das B2B-Marketing: Nutzer auf LinkedIn bewegen sich bereits in einem professionellen Mindset und die Top-Platzierung am Anfang des Feeds stellt sicher, dass Anzeige und Botschaft auch wirklich gesehen wird.

Ebenfalls neu: LinkedIn ermöglicht neuerdings eine Anzeigenpersonalisierung. Anzeigen können jetzt automatisiert – also ohne zusätzlichen Aufwand – auf den Vornamen, die Berufsbezeichnung, die Branche oder das Unternehmen der jeweiligen Person zugeschnitten werden.

Auch neu: Mit dem neuen Feature „AI Ad Variants” ist es möglich, mit einem einzigen Klick mehrere Textvarianten zu generieren. In den kommenden Monaten folgt dann „Flexible Ad Creation”. Mit diesem Feature lassen sich verschiedene Bilder, Videos und Textvariationen hochladen, die das System automatisiert kombiniert und auf die besten Ergebnisse hin optimiert.

Source: Social Media Today

Meta lässt EU Nutzern die Wahl bei personalisierten Werbeanzeigen

Seit dem 1. Januar dieses Jahres können Facebook- und Instagram-Nutzer in der EU endlich wählen, wie ihre Daten für Werbezwecke genutzt werden. Dass sich etwas in diese Richtung bewegt, ist dem Druck der Europäischen Kommission zu verdanken. Und ein weiteres Bußgeld von 266 Millionen Euro wird bei der Entscheidung auch eine Rolle gespielt haben.

Aktuell können Nutzer zwischen zwei Optionen wählen: 1. Die Nutzer teilen alle ihre Daten und erhalten personalisierte Anzeigen. 2. Die Nutzer schränken die Datenerfassung ein und sehen weniger zielgerichtete Werbung.

Mit diesen Optionen bietet Meta erstmals eine Wahl auf seinen sozialen Plattformen an. In der Vergangenheit zwang Metas „Zustimmen oder zahlen”-Modell die Nutzer, zwischen einem kostenpflichtigen Abo ohne Werbung und der vollständigen Datenfreigabe zu entscheiden. Die EU wertete dies als Verstoß gegen den Digital Markets Act.

Die Bereitstellung einer echten Wahl hat Auswirkungen auf das Marketing in Europa: Wie viele Menschen sich für die eingeschränkte Datenerfassung entscheiden, wird sich spürbar auf Kampagnenergebnisse auswirken. Fest steht: Für einen Teil der Nutzer stehen künftig weniger Targeting-Möglichkeiten zur Verfügung.

Entscheidend wird sein, wie Meta die Optionen den Nutzern präsentiert. In der Vergangenheit hat das Unternehmen bereits gezielt Design-Taktiken eingesetzt, um Nutzer zur Datenfreigabe zu bewegen. Die Europäische Kommission wird genau beobachten, wie Meta hier vorgeht.

Was sich nicht ändert: Meta sammelt weiter Daten aus KI-Interaktionen und nutzt diese für Targeting-Zwecke. Laut der aktualisierten Datenschutzrichtlinie vom Dezember 2025 können Interaktionen mit Meta AI zur Personalisierung von Anzeigen herangezogen werden – und das plattformübergreifend auf Facebook, Instagram und WhatsApp.

Source: European Commission

Google ermöglicht Anzeigen für Prediction Markets

Seit dem 21. Januar dieses Jahres erlaubt Google Anzeigen für Prognosemärkte in den USA. Es ist das erste Mal, dass Google diese Anzeigenkategorie erlaubt.

Prognosemärkte sind Plattformen, auf denen Nutzer auf den Ausgang zukünftiger Ereignisse wetten. Dabei kann es sich um Wahlen, Sportergebnisse oder wirtschaftliche Ereignisse handeln. Die Nutzer erwerben „Ja”- oder „Nein”-Aktien und erzielen einen Gewinn, sofern sich ihre Vorhersage als richtig erweist.

Wer auf Google werben will, kommt um den offiziellen Zertifizierungsprozess nicht herum. Die Hürden sind zwar hoch, doch wer sie nimmt, profitiert als einer der Ersten von völlig neuen Werbemöglichkeiten – von der Google-Suche über YouTube bis hin zum Display- und Discovery-Netzwerk.

Besonders für Marketer in der Finanz- und Tech-Branche ist das spannend. Man braucht allerdings Geduld: Der Prozess dauert meist 6 bis 18 Monate und erfordert tiefes juristisches Know-how.

Mit diesem Schritt signalisiert Google eine vorsichtige Öffnung gegenüber regulierten Finanzprodukten. In den letzten Jahren war bereits der Zugang für Sportwetten und Daily Fantasy Sports schrittweise gelockert worden.

Sources: Search Engine Land

TikTok erweitert Marketing-Partner-Programm um Experten für Channel Sales

TikTok hat sein Marketing-Partner-Programm um die neue Kategorie „Channel Sales Partner“ ergänzt. Ziel ist es, kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) den Einstieg in die TikTok-Werbewelt zu erleichtern.

Die neuen Partner fungieren als Experten, die Unternehmen durch die Werbeplattform von TikTok führen. Dabei unterstützen sie bei allem – vom Setup der Kampagnen bis hin zur Optimierung und Erfolgsmessung. Das Angebot richtet sich insbesondere an Firmen, die keine eigenen TikTok-Spezialisten im Haus haben.

Zum Start setzt TikTok auf sechs zertifizierte Partner: C-4 Analytics, Diginius, LocaliQ, Logical Position, Opteo und Scorpion. Bei diesen Unternehmen handelt es sich um die etabliertesten Marketing-Plattformen für den Mittelstand in Nordamerika und Europa.

Das Marketing-Partner-Programm von TikTok wurde 2020 ins Leben gerufen und seitdem mehrfach ausgebaut. Zuletzt kam die Kategorie „Shop Ads“ hinzu, um Einzelhändler zu unterstützen. Die „Channel Sales Partner“ sind die neueste Erweiterung im Rahmen dieser Initiative.

Source: Social Media Today