Xtracts: Mai 2026

Guter Traffic, schlechter Traffic und Bot-Traffic

Der CEO von Cloudflare rechnet damit, dass KI-Bots den menschlichen Web-Traffic bis 2027 überholen. Das wirft die naheliegende, aber unbequeme Frage auf: Sind unsere Messmethoden, Werbemodelle und SEO-Strategien überhaupt noch für die Realität geeignet, auf die wir gerade zusteuern?

Wir haben uns das Thema angeschaut.

Bleib mit der Mai-Ausgabe von Xtracts auf dem Laufenden!

Google ändert seine Einwilligungsrichtlinien. Sind deine Google Ads-Kampagnen betroffen?

Ab dem 15. Juni 2026 ändert Google, wie Google Ads und Google Analytics Daten teilen. Diese Änderung klingt erst einmal technisch, die Auswirkungen sind es aber nicht: Wer jetzt nicht handelt, riskiert Lücken im Tracking, fehlerhafte Attribution und ungenaue Erfolgsmessungen.

Bisher haben Einwilligungsmodus und Google Signals gemeinsam geregelt, welche Daten wohin fließen. Diese Lösung hat in der Vergangenheit immer wieder für Verwirrung gesorgt, weil viele Einstellungen mehrere Klicks tief in der Analytics-Oberfläche versteckt waren. Ab Juni wird das einfacher: Das einzige Signal, das noch bestimmt, welche Daten Google Ads erfassen und verwenden darf, ist ad_storage im Einwilligungsmodus. Was erstmal nach Vereinfachung klingt, hat allerdings in der Praxis ein hohes Fehlerpotenzial. Ein Beispiel: Ein Werbetreibender verlor über Nacht 90% seiner Conversions, weil ad_storage falsch konfiguriert war. Es hat Tage gedauert, bis der Fehler gefunden wurde!

Das solltest du jetzt tun: Überprüfe deine Einwilligungsmodus-Konfiguration vor dem 15. Juni. Stell sicher, dass der Parameter ad_storage korrekt ausgelöst wird und dass deine Consent-Management-Plattform ordnungsgemäß mit deinen Google-Tags verbunden ist.

Quelle: Search Engine Land

Canva auf Einkaufstour: Der Weg zur vollautomatischen Marketing-Plattform

Canva gab am 8. April die Übernahme zweier Unternehmen bekannt: Simtheory und Ortto. Simtheory arbeitet an KI-Agenten. Ortto ist auf Marketing-Automatisierung und Kundendaten spezialisiert. Beide Unternehmen wurden von denselben Gründern aufgebaut. Sie wechseln jetzt in Führungspositionen zu Canva.

Das Ziel ist klar: Canva will nicht länger „nur” ein Design-Tool sein. Mit den Übernahmen soll der gesamte Marketing-Lebenszyklus abgedeckt werden – von der ersten Idee über die kreative Produktion bis hin zu Veröffentlichung und Optimierung. Und das alles in einem einzigen Workspace.

Bereits zum vierten Mal in kurzer Zeit übernimmt Canva Unternehmen. Das Animations-Tool Cavalry und der Anzeigen-Performance-Plattform MangoAI wurden bereits übernommen. Wohin die Reise geht, zeichnet sich ab: Die Grenzen zwischen Design, Automatisierung und Marketing-Technologie verschwimmen immer mehr.

Für Marketer bedeutet diese Entwicklung, dass die nächste große Plattformverschiebung womöglich nicht von Google oder Meta kommt, sondern von den Tools, die längst zum täglichen Handwerkszeug gehören!

Quelle: Tech Crunch

Bewertungen per KI beantworten: Google Business Profile testet neues Feature

Google testet in Google Business Profile eine neue Funktion, mit der Unternehmen KI-gestützte Vorschläge für Antworten auf Kundenbewertungen erhalten. Der Vorschlag kann vor der Veröffentlichung bearbeitet und manuell freigegeben werden. Der Prozess ist also nicht vollautomatisch.

Wer viele Bewertungen im Google Business Profil erhält, spart mit der neuen Funktion viel Zeit und kommuniziert nach außen konsistenter. Außerdem relevant: Bewertungsantworten sind ein lokales Rankingsignal. Wer regelmäßig antwortet, kann seine Sichtbarkeit in der lokalen Suche deutlich verbessern.

Mit dieser Entwicklung bahnt sich KI weiter den Weg in die lokale Suche. Google Business Profile nimmt dabei ein zentrale Rolle ein – zum einen als Matrix für Ask Maps und KI-generierte Empfehlungen und dann als Werkzeug für die direkte Kundenkommunikation. Marketer sind einmal aufgefordert, das Unternehmensprofil zu pflegen, um positive Rankingsignale und Sichtbarkeit in der lokalen Such bestmöglich zu nutzen.

Quelle: Search Engine Land

Bots könnten den menschlichen Web-Traffic bis 2027 überholen

Cloudflares CEO Matthew Prince erwartet, dass KI-Bots bis 2027 mehr Web-Traffic erzeugen als Menschen. Was nach Technik klingt, trifft mitten ins Herz des digitalen Marketings.

Werbemodelle basieren auf menschlichen Seitenaufrufen. SEO zielt darauf ab, echte Nutzer anzuziehen. Analytics misst menschliches Verhalten. Wenn der Großteil des Traffics bald von Maschinen stammt, was ist dann mit den klassischen Messmethoden? Sind sie noch aussagekräftig:? Und was ist organischer Traffic eigentlich noch wert? Wer liest die Inhalte, die wir produzieren? Und welche Kanäle und Formate sind robust genug, um in einer digitalen Landschaft zu bestehen, die primär von KI-Systemen genutzt wird?

Cloudflare verkauft Bot-Schutz. Prince ist in dieser Debatte also nicht unparteiisch. In welche Richtung es geht, sollte aber klar sein. Und damit müssen sich Marketer auseinandersetzen.

Quelle: Search Engine Land

TikTok baut die Verbindung zu HubSpot aus

TikTok und HubSpot haben ihre Zusammenarbeit ausgebaut. Das ist eine gute Nachricht für alle, die mit Paid Advertising und dem CRM arbeiten. Das Update ermöglicht es den mehr als 268.000 HubSpot-Kunden, TikTok-Kampagnen jetzt direkt im Marketing Hub zu verwalten. Die Plattform muss nicht mehr gewechselt werden.

In der Praxis bedeutet das auch: HubSpot-CRM-Daten lassen sich nutzen, um Zielgruppen auf TikTok aufzubauen, die Lead-Nachverfolgung zu automatisieren und den ROI über den gesamten Funnel hinweg klarer zu messen. Auch die TikTok-Pixel-Integration wurde verbessert, sodass das Daten-Tracking jetzt reibungsloser funktioniert.

Darüber hinaus können HubSpot-Nutzer organische TikTok-Inhalte jetzt direkt in HubSpots Social-Tools verwalten – Planung, Veröffentlichung, Interaktion und Reporting finden auf einer einzigen Plattform statt.

Wer mit Lead-Generierung arbeitet, spart mit dem Update deutlich Zeit. Und es wird endlich einfacher zu zeigen, welchen Anteil TikTok wirklich am Geschäftserfolg hat.

Quelle: Social Media Today