KI übernimmt Suche, Anzeigen und Chat
Die KI hat nun wirklich das Ruder übernommen, werfen wir einen Blick auf die neuesten Entwicklungen!
Das Suchfeld von Google erhält sein größtes Upgrade seit 25 Jahren, Display-Anzeigen werden als eigenständiger Kampagnentyp abgeschafft, und die Nutzungsbedingungen für Anzeigen erweitern Googles Einsatzmöglichkeiten von KI. Gleichzeitig halten die KI-Agenten der Marken Einzug in den Chat-Feed von Snapchat, und Google hat auf der I/O 2026 100 neue Produkte vorgestellt.
Erfahre mehr in den Xtracts, deinem digitalen Nachrichtenüberblick.

Neues Suchfeld bei Google: Größtes Update seit 25 Jahren
Auf der Google I/O am 19. Mai 2026 präsentierte Google das umfangreichste Update für seine Suche seit über einem Vierteljahrhundert. Das neu entwickelte „intelligente Suchfeld” basiert auf Gemini 3.5 Flash und wird nun weltweit ausgerollt.
Das Suchfeld erweitert sich dynamisch und gibt Nutzern mehr Raum, ihre Suchanfragen präzise zu formulieren. KI-gestützte Vorschläge gehen dabei weit über die klassische Autovervollständigung hinaus. Darüber hinaus ist die Suche nun formatübergreifend möglich, also über Texte, Bilder, Dateien, Videos und sogar geöffnete Chrome-Tabs hinweg.
Neu eingeführt wurden außerdem Suchagenten, also KI-Agenten, die kontinuierlich im Hintergrund laufen und auf Wunsch etwa den Immobilienmarkt oder Produktpreise im Blick behalten. Ergänzt wird das Ganze durch die Möglichkeit, direkt in den Suchergebnissen individuelle Mini-Apps zu erstellen, zum Beispiel einen Fitness-Tracker oder einen Umzugsplaner.
Für Marken hat das konkrete Konsequenzen. Nutzer stellen zunehmend längere, dialogorientierte Suchanfragen. Inhalte sollten deshalb so aufgebaut sein, dass sie von der KI als Quelle zitiert werden können. Nur im klassischen Ranking aufzutauchen, ist nicht mehr ausreichend für eine gute Performance.
Quelle: The Keyword, Google

Googles aktualisierte Nutzungsbedingungen für Ads
Am 2. Juni bestätigte Google, dass die Nutzungsbedingungen für Ads zum 1. Juli 2026 aktualisiert werden.
Werbetreibende müssen selbst nichts unternehmen, die Änderungen sind aber dennoch einen genauen Blick wert. Die neuen Bedingungen weiten den Einsatz von KI und Automatisierung im Anzeigensystem aus und legen fest, wie eingegebene Inhalte wie Texte, Bilder und URLs plattformweit genutzt werden können. Gleichzeitig wird klargestellt, dass Werbetreibende weiterhin dafür verantwortlich sind, automatisch generierte Inhalte zu prüfen, zu genehmigen und bei Bedarf zu entfernen.
Kritik kommt von Kirk Williams, der bemängelt, dass die bisherigen Bedingungen Werbetreibenden mehr Kontrolle darüber gelassen haben, welche KI-Funktionen sie aktivieren oder deaktivieren möchten. Die Änderung steht damit sinnbildlich für einen Trend, bei dem Entscheidungsgewalt zunehmend von den Werbetreibenden auf die Systeme von Google übergeht.
Quelle: Search Engine Land

Google stellt Display-Anzeigen als eigenständigen Kampagnentyp ein
Am 26. Mai 2026 bestätigte Google, dass Display-Anzeigen als eigenständiger Kampagnentyp abgeschafft werden. Alle Display-Buchungen laufen künftig über „Demand Gen”.
Das ist die größte Umgestaltung des Google-Anzeigenmodells seit Jahren. Display-Anzeigen gehören seit fast zwei Jahrzehnten zum Standardrepertoire und ermöglichten es Werbetreibenden, Zielgruppen auf mehr als zwei Millionen Websites, Apps und Videoplatzierungen im Google Display-Netzwerk zu erreichen.
Ab Juni 2026 stellt Google ein Migrationstool bereit, mit dem bestehende Display-Kampagnen zu „Demand Gen” übertragen werden können. Im weiteren Jahresverlauf wird es dann nicht mehr möglich sein, neue eigenständige Display-Kampagnen anzulegen. „Demand Gen” bleibt damit das einzige Tool für visuelle Werbung auf YouTube, Discover, Gmail, Maps und im GDN.
Wer seine Kampagnen weiterhin ausschließlich im GDN schalten möchte, kann das vorerst noch tun. Google macht damit deutlich, dass KI-gesteuerte Kampagnen die Zukunft sind.
Quelle: Search Engine Journal

Snapchat führt „AI Sponsored Snaps” ein
Mit „AI Sponsored Snaps” hat Snapchat ein neues Anzeigenformat gestartet, das Marken ermöglicht, eigene KI-Agenten direkt in den Chat-Feed der App zu integrieren. Nutzer können so mitten in einem gewöhnlichen Gespräch mit Freunden in einen persönlichen Dialog mit der KI einer Marke einsteigen.
Das Format baut laut Snapchat auf dem bewährten „Sponsored Snaps”-Format auf, das bereits 22 Prozent mehr Conversions und knapp 20 Prozent niedrigere Kosten pro Aktion erzielte. Mit fast einer Milliarde monatlicher Nutzer und 950 Milliarden versendeten Chat-Nachrichten allein im ersten Quartal 2026 ist der Chat-Feed ein reichweitenstarker und hochengagierter Kanal. 85 Prozent aller Snapchat-Nutzer öffnen ihn täglich. Für Marken, die dialogorientierte Werbung testen möchten, sind AI Sponsored Snaps eine attraktive Ergänzung des Medienmixes.
Quelle: TechCrunch

Google I/O 2026: 100 Produktvorstellungen. Was Marketingfachleute wissen müssen!
Am 20. Mai 2026 fand Googles jährliche I/O-Konferenz statt, auf der das Unternehmen insgesamt 100 Produktneuheiten präsentierte. Für Marketingfachleute sind dies die wichtigsten Ankündigungen.
Gemini 3.5 Flash ist Googles neues Flaggschiff-Modell und weltweit die Basis für den AI Mode, der mittlerweile zur Standardeinstellung geworden ist. In nur einem Jahr hat der AI Mode die Marke von einer Milliarde monatlicher Nutzer überschritten. Das Suchfeld selbst erhält sein größtes Upgrade seit 25 Jahren. Die Suche ist nun formatübergreifend über Texte, Bilder, Dateien, Videos und sogar geöffnete Chrome-Tabs hinweg möglich.
Eine ähnlich bedeutende Entwicklung sind die Suchagenten. Diese KI-Systeme arbeiten rund um die Uhr im Hintergrund und überwachen im Auftrag der Nutzer beispielsweise Preise, Lagerbestände oder Neuigkeiten. Die Suche kann zudem individuelle Mini-Apps erstellen, etwa einen Hochzeitsplaner oder einen Umzugsplaner.
Für den E-Commerce besonders relevant ist der „Universal Cart”, ein intelligenter Warenkorb, der Nutzer kanalübergreifend durch Suche, Gemini, YouTube und Gmail begleitet. Das ergänzende „Universal Commerce Protocol” ermöglicht den Bezahlvorgang direkt bei Google. „Gemini Personal Intelligence” – der persönliche KI-Assistent von Google – wird zudem ohne Abonnementpflicht auf knapp 200 Länder und 98 Sprachen ausgerollt.
Quelle: The Keyword, Google